Manhagen
1782 - 1823

Manhagen (1818-1823)

 

Peter Cay Ludwig Wommelsdorf (1782-1837)

 

Peter Cay Ludwig heiratet am 22. November 1816 Maria Christ. Sophia Harenberg aus Bornstein, eine Tochter des Müllers Harenberg aus Gettorf.

 

Sie haben zusammen 8 Kinder:

1. Dorothea

2. Anna

3. Josephine Caroline

4. Detlef Friedrich, geb.: 18.05.1823

5. Heinrich

6. Carsten Christian, geb.: 18.12.1829

7. Johann Daniel Cay, geb.: 13.02.1833

8. Otto Fr. Andreas, geb.: 12.12.1836

Sein Schwiegervater pachtet für ihn im Jahre 1817 "Manhagen" vom Gut Deutsch-Nienhof. Der Gutsherr ist Herr v. Hedemann-Hespen. Ein Jahr später, 1818, kauft Peter Cay das Anwesen zum Preise von 6000 Talern. Zusätzlich erhält er die Erlaubnis, eine Hökerei und Krugwirtschaft zu betreiben.

 

Manhagen - eine Insel der Ruhe 3)

"Nachdem wir die Weggabelung Warder-Blocksdorf hinter uns gelassen haben, zeigt sich uns nach links hin ein weites Blickfeld, das im Vordergrund von den frischgrünen Wiesen zu beiden Seiten der Manhagener Au ausgefüllt ist und im äußersten Nordwesten in dem Blocksdorfer Holz, einem Paradies für die Tierwelt, seine Begrenzung findet. Wo das Gelände rechts des Weges bedeutend ansteigt, stehen wir vor einer nach Süden stark abfallenden und von Wällen umgebenen winzigen Koppel, die den Namen Weinberg führt. Als wir danach kaum hundert Meter zurückgelegt haben, stehen wir vor einem stattlichen Bauernhaus, das soeben noch durch ein kleines Wäldchen gänzlich verborgen lag. Wir haben Manhagen erreicht.

Nachdem wir die Besichtigungserlaubnis eingeholt haben, betreten wir den geräumigen baumlosen Hofplatz, der von mehreren Gebäuden begrenzt wird. Im Schatten des Windmühlenflügels im Süden des Grundstücks setzen wir uns, und ich lasse die Vergangenheit. sprechen:

'Seit jeher gehörte der Hof Manhagen zum Gutsbesitz Deutsch-Nienhof. 1575 wurde zum Trotz gegen Mühlendorf bei einem alten Aalwehr eine Wassermühle errichtet.

Zur Geschichte dieses Gehöfts zählen auch zwei Konkurse, 1823 (Peter Cay Ludwig Wommelsdorf) und 1876. 1832 ging die Stelle in Erbpacht. Eine umwälzende Veränderung gab es hier in unserer Zeit, als der Hufner Karl Frers den Hof verkaufte. Der neue Besitzer, Direktor eines Fabrikkonzerns im Rheinland, hatte das Ziel gesetzt, aus diesem Grundstück für sich und seine Familie eine Insel der Ruhe zu schaffen. Es gelang ihm durch gute Beziehungen, den öffentlichen Weg Langwedel-Blocksdorf, der unmittelbar an dem Bauernhaus vorbeiführte, nach Süden zu verlegen. Und 1928 erfolgte die Umgemeindung nach Langwedel.'

Geradeaus sehen wir hart am Südufer des Pohlsees ein mit Ziegeln bedecktes Gebäude, das ursprüngliche Altenteilerhaus. Der neue Eigentümer verwandelte es durch kostspielige Bauvorhaben in ein neuzeitliches Wohnhaus. Die Windmühle, schon dein Verfall überlassen, erfuhr eine gründliche Überholung. Das lange, strohbedeckte Gebäude, welches osthin den Hof begrenzt, ist äusserlich unverändert geblieben. In seinen südlichen Räumen wurde früher eine Gastwirtschaft betrieben, sie war die einzige im Gutsbezirk. Den nördlichen Teil dieses Hauses wollen wir uns nun ansehen, wir begeben uns an die südliche Ausbuchtung des Pohlsees, die auch Manhagener See genannt wird. Über ein Wehr führt eine schmale Brücke. Das riesige Wasserrad, das einst das Getriebe der Mühle in Gang setzte, geht seit Jahrzehnten der Vermorschung entgegen. Das überschüssige Wasser des Pohlsees findet durch das Wehr seinen Weg in die Manhagener Au, die in den Brahmsee mündet."

 

Die Manhagener Wasser- und Windmühle 4)

"Am Südende des Manhagener Sees, am Fuße des 45 Meter hohen Manhagener Berges, liegt idyllisch die Wassermühle Manhagen. Sie wurde im Jahre 1575 von Thönnis Rantzau, Gutsherr auf Deutsch-Nienhof, erbaut. Die Holländer-Windmühle dagegen erbaute man erst im Jahre 1832.

Die Wassermühle wurde mit roten Ziegelsteinen erbaut und das Dach mit Pfannen gedeckt. Sie hatte zwei Mahlgänge und wurde angetrieben durch ein großes unterschächtiges Rad mit starker Eichenwelle. Rad und Eichenwelle wurden 1981-82 erneuert und sind ausserhalb der Mühle unter einem Schutzdach aufgebaut. Sie ist die einzige jetzt wieder in Schleswig-Holstein in Gang gebrachte Wassermühle, die genau nach den Plänen von Archimedes erbaut ist.

Getrieben wird die Mühle durch das aufgestaute Wasser des Manhagener und Pohlsees. Die Mühle, die an einem alten Aalwehr erbaut ist, schickt das verbrauchte Wasser reichlich hundert Meter durch eine tiefe Schlucht und durch sumpfige Wiesen bis zum Brahmsee.

Die Mühle und die dazugehörigen Ländereien hatte Gerd Bleck gepachtet, der die Pacht 1739 auf 5 Jahre erneuerte. Er hatte 30 Thaler schleswig-holsteinischen Courant zu zahlen, 32t Roggen sowie 8t Buchweizen, im Sommer acht gute Legehühner und vier weiße Gänse und bei jedem Fischfng ein Gericht Fische zu Hofe zu liefern.

1746 wurde das Kammrad der Mühle erneuert, und nach 5 Jahren mußte schon wieder ein neues beschafft werden. Bis 1817 waren weitere 5 Pächter auf der Wassermühle.

 

Von Maitag 1817 bis 1827 wurde die Wassermühle an den Müller Harenberg zu Bornstein für 245 Thaler 21 1/2 Schilling, halb zu Maitag, halb zu Martini zahlbar, mit allem Land, außer dem "kleinen Hof' in Bloxdorf, verpachtet; die Pacht war in den letzten 10 Jahren um über 25 Thaler gestiegen. 1818 erhielt sein Schwiegersohn Peter Cay Ludwig Wommelsdorf die Mühle in Eigentum oder Erbpacht für 6000 Thaler a 4 %. 1823 verpachtete der Gutsbesitzer die Mühle für nur 200 Thaler an Georg Rudenstein; Peter Cay Ludwig Wommelsdorf war in Konkurs gegangen. Aber schon 1825 war auch diese Pachterei zuende. Mühle und Land gingen für nur noch 160 Thaler auf 20 Jahre an den Müller Christian Friedrich Jöhnck aus Westensee, dieser erbaute 1832 die Windmühle."